Schloss Graneri della Roccia
Der Palazzo Graneri della Roccia in der Via Bogino in Turin ist ein bedeutendes Beispiel für piemontesische Barockarchitektur. Er wurde zwischen 1681 und 1699 nach einem Entwurf des Architekten Giovanni Francesco Baroncelli für Marc’Antonio Graneri, den Abt von Entremont und Ersten Hofalmondiener, erbaut und repräsentiert eines der renommiertesten Adelsgebäude der Stadt. Seine imposante und schlichte Fassade öffnet sich dramatisch zu einem prächtigen Atrium und einem Portikus, der zu einem Innenhof führt.
Das Herzstück des Palastes ist der große Ehrensaal, der entworfen wurde, um dem der Reggia di Venaria ähnlich zu sein, mit einer plastischen Dekoration aus dem Jahr 1781 von dem Architekten Dellala di Beinasco und dem Künstler Bernero. Dieser Saal, mit seinen zwölf Metern Höhe und hundertfünfzig Quadratmetern Fläche, ist ein wahres architektonisches Juwel, das historisch für Empfänge, Konzerte und Theateraufführungen genutzt wurde. Zu den historischen Ereignissen, die im Saal stattfanden, gehört das Fest vom 7. September 1706, als Herzog Vittorio Amedeo II zusammen mit Prinz Eugen von Savoyen und General Daun den piemontesischen Sieg über die französischen Truppen während der Belagerung von Turin feierte.
Im Januar 1859 war der Saal auch Schauplatz des Großen Balls, der zur Feier der Hochzeit zwischen Prinzessin Maria Clotilde von Savoyen und Prinz Girolamo Bonaparte organisiert wurde. Dieses Ereignis, von großer gesellschaftlicher Bedeutung, zog die Aufmerksamkeit der Turiner Oberschicht auf sich und trug dazu bei, den Ruf des Palastes als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und der Kultur zu festigen.
Im Jahr 1858 verlegte der Künstlerkreis, elf Jahre zuvor vom Anwalt Luigi Rocca gegründet, seinen Hauptsitz in den Palazzo Graneri.
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