Palazzo Asinari di San Marzano
Der Palazzo Asinari di San Marzano in der Via Maria Vittoria 4 in Turin ist ein bemerkenswertes Beispiel für barocke Architektur aus dem späten 17. Jahrhundert. Zwischen 1684 und 1686 nach einem Entwurf des Architekten Michelangelo Garove erbaut, wurde der Palast vom Markgrafen Asinari di San Marzano in Auftrag gegeben. Garove, bekannt für seine Rolle als Ingenieur des Herzogs von Savoyen und des Prinzen von Carignano, schuf ein Gebäude, das den Prunk und die Raffinesse des piemontesischen Barock verkörperte.
Die Fassade des Palastes ist imposant und harmonisch, gekennzeichnet von drei Etagen, die durch horizontale Gesimse gegliedert sind. Die Fenster des Hauptgeschosses sind mit Dreiecksgiebeln versehen, während ein aufwändiger Balkon mit schmiedeeisernem Geländer über dem Eingangstor thront, flankiert von Halbsäulen und vertikalen Pilastern. Dieses Design verleiht dem Gebäude eine majestätische und symmetrische Ausstrahlung, die die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht.
Das Eingangsfoyer des Palastes ist eines der faszinierendsten und gefeierten Elemente des Gebäudes. Dekoriert mit gedrehten Säulen, die ein Tonnengewölbe tragen, führt das Foyer zum Ehrenhof und einem weiteren Diensthof. Diese Konfiguration hebt nicht nur die architektonische Fähigkeit von Garove hervor, sondern spiegelt auch den Wunsch des Markgrafen wider, eine Umgebung zu schaffen, die Macht und Prestige ausdrückt.
Im 18. Jahrhundert wurde der Architekt Benedetto Alfieri, eine der bedeutendsten Figuren der piemontesischen Architektur, beauftragt, das Innere des Palastes umzugestalten. Alfieri führte Elemente von großer Eleganz ein und bereicherte die Räume mit Fresken und Stuckarbeiten, die mythologische und allegorische Szenen darstellen. Diese Umgestaltung verlieh dem Palast ein moderneres und modischeres Aussehen, das im Einklang mit den künstlerischen Trends des Rokoko stand.
Ein weiterer bedeutender Eingriff erfolgte 1885, als der Architekt Camillo Boggio dem Innenhof ein neobarockes Bühnenbild hinzufügte, anstelle des Gartens, der der Urbanisierung der Stadt zum Opfer gefallen war. Dieser Eingriff unterstreicht die kontinuierliche Entwicklung des Palastes, der sich den Anforderungen und Geschmäckern der verschiedenen historischen Epochen anpasste.
Im 20. Jahrhundert wurde der Palazzo Asinari di San Marzano auch als Palazzo Carpano bekannt, nachdem er 1946 vom Ritter der Arbeit Silvio Turati erworben wurde. Turati verwandelte den Palast in den Sitz von Carpano, dem berühmten Hersteller von Wermut, der 1786 in Turin von Antonio Benedetto Carpano gegründet wurde. Diese Phase der Palastgeschichte ist besonders interessant, da sie das Gebäude mit einer der italienischen kulinarischen Exzellenzen, dem Wermut, verbindet, der einen bedeutenden Einfluss auf die Kultur und Wirtschaft Turins hatte.
Trotz vieler Veränderungen und Eigentümerwechsel hat der Palazzo Asinari di San Marzano seine Schönheit und historischen Charme bewahrt. Heute gehört der Palast immer noch den Erben von Silvio Turati und obwohl er nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, bleibt er eines der bedeutendsten historischen Gebäude Turins.
Der Palast befindet sich in zentraler Lage, nur einen kurzen Spaziergang von wichtigen Sehenswürdigkeiten wie der Piazza San Carlo und der Kirche San Filippo Neri entfernt, was ihn zu einem integralen Bestandteil des reichen städtischen und historischen Gefüges Turins macht. Seine Nähe zu diesen touristischen Attraktionen erleichtert den Zugang und die Sichtbarkeit und trägt dazu bei, das Interesse an seiner Geschichte und Architektur lebendig zu halten.
Eine kuriose Anekdote über den Palast betrifft das Eingangsfoyer, das oft als eines der schönsten und ikonischsten von Turin beschrieben wird. Die gedrehten Säulen und das Tonnengewölbe haben im Laufe der Jahrhunderte Künstler und Architekten inspiriert und sind zu einem Referenzmodell für die piemontesische Barockarchitektur geworden.
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